Vom 5. bis 7. Juni fanden in Göppingen (Baden-Württemberg) die Gesamtdeutschen Meisterschaften der Sportakrobatik statt. Erstmals wurden alle Deutschen Meisterschaften der fünf Altersklassen an einem Wochenende ausgetragen. Der SC Rechberghausen organisierte gemeinsam mit dem Deutschen Sportakrobatik Bund eine hochprofessionelle Großveranstaltung, an der rund 440 Sportlerinnen und Sportler aus 60 Vereinen sowie 67 Kampfrichter aus ganz Deutschland teilnahmen. Mit dabei waren auch die beiden Kampfrichterinnen des HSC, Andrea Wittenborg-Hoyer und Giulia Ritter.
Bereits die Anreise am Donnerstag sorgte für Begeisterung. Die beeindruckende Wettkampfbühne in der EWS Arena bot den passenden Rahmen für die Meisterschaften. Auch das Podiumstraining verlief vielversprechend und ließ auf erfolgreiche Wettkampftage hoffen.
Am Freitag und Samstag standen die Qualifikationsrunden auf dem Programm, in denen die Finaltickets für den Sonntag vergeben wurden. Dabei lagen Freude und Enttäuschung bei den elf HSC Athletinnen oftmals nah beieinander.
Die jüngste Gruppe mit den Zwillingen Wladlena und Milana Strauch sowie ihrer Partnerin Tessa Heinze zeigte bei ihrer DM-Premiere in der Aspireklasse einen engagierten Auftritt. Nach einer schwungvollen Choreografie führten technische Fehler in einer Handstandpyramide sowie eine choreografische Unsicherheit am Ende der Übung zu deutlichen Punktabzügen. Mit 22,800 Punkten belegte das Trio am Ende den 18. Platz.
In der Jugendklasse gingen Diana Hamdo, Mila Janzen und Alina Aßhoff an den Start. In ihrer Dynamikübung überzeugten sie mit einer insgesamt souveränen Leistung und erreichten mit 24,350 Punkten Rang elf. In der anschließenden Balancekür sollte der Angriff auf die Finalplätze gelingen. Das anspruchsvollen Pflichtelemente wurde hervorragend präsentiert und ließen die mitgereisten Fans bereits hoffen. Doch bei der letzten Pyramide kam es zu einem folgenschweren Fehler. Ein zweiter Aufbauversuch wurde vom Kampfgericht sowohl technisch als auch artistisch bestraft. Mit 23,350 Punkten belegte das Trio Rang 17 in der Balanceübung und rutschte in der Gesamtqualifikation auf Platz 16 ab. Damit wurde das Finale der besten zehn Formationen verpasst.
Ein ähnliches Schicksal ereilte Nele Greiß, Gina Liedert und Elina Hamdo in der Meisterklasse. Nach einer starken Dynamikübung und 25,540 Punkten lagen sie zunächst auf einem vielversprechenden siebten Platz. Da in dieser Altersklasse ein Finale der besten sechs Formationen ausgetragen wurde, bestand weiterhin die Chance auf die Endrunde. Doch auch hier verhinderte ein Fehler im letzten Element der Balanceübung den erhofften Sprung nach vorne. Ein zweiter Ansatz führte zu einer Zeitstrafe von 0,9 Punkten sowie weiteren technischen und artistischen Abzügen. Mit 24,960 Punkten belegte das Trio Rang neun und verpasste damit den Finaleinzug.
Für das sportliche Highlight aus Hammer Sicht sorgte das Duo Nayla Ogar und Melia Hofmann. Die beiden Athletinnen starten eigentlich noch in der Jugendklasse und wagten erstmals den Schritt in die Juniorenklasse. Ursprünglich war ein Start bei den Junioren 1 geplant, aufgrund einer fehlerhaften Meldung fanden sie sich jedoch plötzlich in der anspruchsvolleren Junioren-2-Klasse wieder. Da sie dort sowohl altersmäßig als auch regeltechnisch startberechtigt waren, nahmen sie die Herausforderung an – und meisterten sie eindrucksvoll.
Bereits am Freitag gelang mit der Dynamikübung die erste Überraschung. Mit 24,780 Punkten sicherten sich Ogar und Hofmann den dritten Platz und damit ihr erstes gemeinsames nationales Edelmetall. In der Balanceübung am Samstag verpassten sie eine weitere Medaille nur knapp. Ein deutliches Wackeln bei einem individuellen Element kostete wertvolle Punkte. Dennoch erreichten sie starke 26,030 Punkte und Rang vier.
Im Finale präsentierten die beiden ihre Kombinationsübung und bestätigten ihre hervorragende Form. In der Mehrkampfwertung wurden alle Übungen addiert. Mit insgesamt 75,900 Punkten durften sich Nayla Ogar und Melia Hofmann über ihre zweite Bronzemedaille bei diesen Deutschen Meisterschaften freuen und sorgten damit für einen herausragenden Erfolg.
Der Blick richtet sich nun bereits auf das kommende Jahr. Der Hammer SC hat sich als Ausrichter der zweiten Gesamtdeutschen Meisterschaften beworben. Nach der exzellenten Organisation durch den SC Rechberghausen laufen bereits erste Planungen. Austragungsort soll die Westpress Arena im Hammer Osten sein.
Fotos:
Felix Kuntoro
Carolin Heuschneider







